Indianische Weisheit


Seit über 40 Jahren gibt es in Europa immer mehr indianische Lehrer und Schamanen, die uns „Weiße“ an ihren heiligen Ceremonien teilnehmen lassen und ihr früher geheimes Wissen öffnen. Mehr und mehr wird die indianische Überlieferung dem westlichen, „zivilisierten“ Menschen so zugänglich wie die christliche, jüdische, buddhistische oder islamische, und er kann sie als Teil des „großen Mosaiks der Weltkulturen“ begreifen.


Der Schüler der indianischen Weisheit wird vielleicht mit Erstaunen feststellen, dass die Indianer einen Bezug zur Natur, zu „Großmutter Erde“, ein Wissen um ihre Gesetzmäßigkeiten und eine Achtung vor ihr haben, die wir auch hier in einigen hiesigen Bauernweisheiten und alten Bräuchen wiederfinden.


Die beiden wichtigsten Gesetze der indianischen Welt lauten:

Die Frau ist heilig.
Es darf nichts geschehen, was den Kindern schadet.


In meinen Seminaren zu diesem Thema wird eine Einführung in die indianische Weisheit und das Medizinrad mit Beispielen für dessen Gebrauch vermittelt, das Räuchern als feinstoffliche Reinigung praktiziert, die Lehre der 4 Shielde besprochen, über die Jahreskreisfeste und Schwitzhütten informiert, die Arbeit mit Kristallen und manches andere gelehrt, was im Alltag angewandt werden kann. Dazu gehört auch die größere Achtsamkeit für Mensch, Tier und Natur, nicht nur um ihnen mehr Respekt zu erweisen, sondern auch um mehr und mehr die Sinne zu schärfen, um das Unsichtbare, die Welt des „Nagual“ wahrzunehmen.


Ur-Riten: Die 8 Feste im Jahreskreis


Was ist ein Ritus? Im Duden steht Folgendes:

„Ein Ritus ist ein gottesdienstlicher Brauch, vollzogen durch Wort, Geste und Handlung.“ Jeder Ritus ist ein Gottesdienst. Doch geht ein Ur-Ritus darüber hinaus. Er knüpft an an den Ursprung der Schöpfungsgeschichte, an den Ur-Anfang.


Die Steinkreise, wie z.B. in Stonehenge, die es noch an vielen Orten der Erde gibt, legen Zeugnis davon ab, dass wir mit unseren Ceremonien nicht etwas Neues erfinden, sondern anknüpfen an etwas sehr Altem. Erst die Indianer haben uns das Verständnis dieser Steinkreise, dieser „Erdräder“ wieder gebracht durch ihr „Medizinrad“, ihr Rad der 4 bzw. 8 Heiligen Richtungen. Um die Riten zu verstehen, muss man zuerszt die Bedeutungen der Richtungen verstehen.

Aus der ägypischen Überlieferung sind uns die 4 heiligen Winde oder auch die 4 Gesichter Gottes bekannt. – Andererorts werden Steinkreise „Akupunkturpunkte“ der Erde genannt. Die Ur-Riten von Raum und Zeit, die 8 Feste, die jetzt wieder an verschiedenen Orten der Erde gefeiert werden, sind deshalb auch Erd-Feste. So wurde das indianische Medizinrad von Keyserling auch „Kirche ohne Mauern“ genannt. Jeder dieser Riten im Steinkreis kann zur Heilung von Großmutter Erde beitragen.

Die Zeitpunkte der 8 Feste im Jahr sind vom Sonnenkreislauf durch den Tierkreis bestimmt. Sie kommen aus dem Schatz der urprünglichen Riten, z.B. auch bei den alten Germanen und Kelten mit ihren Steinkreisen (Thing-Stätten).


Zu den Sonnwenden und zu den Zeiten, die genau dazwischen liegen, versammelte man sich im Kreis und rief Gott; jede Kultur mit dem Namen, den sie für ihn hatte. Diese Zeitpunkte und Riten waren heilig, also heilend und ganzmachend, und sollten helfen, die Verbindung zu Gott und Natur immer wieder zu erneuern und zu vertiefen. Gott war nicht einfach der erhabene Vater im All, sondern er war alles, er beinhaltete die ganze Schöpfung: sein „östliches Gesicht“ war die Kraft des Feuers und des Neubeginns, so wie der Sonnenaufgang im Osten sichtbar wird. Sein „westliches Gesicht“ war die Kraft der Erde, der Materie und des Körpers; sein „nördliches Gesicht“ die Kraft der Luft, der Klarheit und Weisheit; und sein „südliches Gesicht“ die Kraft der Liebe, des Vertrauens und der Heilung.


Bei jedem dieser Feste war es möglich, sich in die neue Zeitqualität einzuschwingen und dadurch ein wacheres Bewusstsein für die Erfordernisse der Zeit, der kommenden Wochen, des neuen Jahres zu erhalten. Es war ein Herausheben der normalen, profanen Zeit in kosmische, sakrale Zeit und damit ein sich wieder eingliedern in den großen Zusammenhang. Denn es ging nicht um ein wieder ERINNERN der heiligen Geschichte der letzten 2000 Jahre, sondern um ein wieder ERLEBEN des Sakralen seit Anfang der Schöpfung.

Prof. Keyserling hat diese Riten für unsere heutige, moderne Zeit wiederbelebt und sie seitdem vielen Menschen weltweit zugänglich gemacht. Er hat in mehreren seiner Bücher darüber berichtet, verweist auch auf die Studien von Mircea Eliade (rum. Religionsforscher). Seit über 40 Jahren werden sie auch in Karlsruhe in einem eigens dafür gebauten Steinkreis gefeitert, bis dato veranstaltet vom Institut METHEXIS, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kulturen und Religionen zusammen zu bringen, ihre gemeinsamen Wurzeln zu finden, und mit vielen verschiedenen „Werkzeugen“ einen Beitrag zur „Menschwerdung“ zu leisten.

Die Teilnahme an den Ceremonien ist frei außer einem kleinen Beitrag für den Erhalt des Platzes, auf dem der Steinkreis gebaut wurde. Insgesamt geht es bei diesen Festen darum, sich immer mehr als Teil des Ganzen und des Göttlichen zu spüren, seine Verbundenheit zu erleben, um damit immer mehr die Mitverantwortlichkeit für die Schöpfung in sich zu empfinden, und letztendlich zum bewusst gewordenen Mitarbeiter an der Evolution zu erwachen.


Bei Interesse verschicke ich gerne nähere Informationen über Ort und Zeit als auch Details zum jeweiligen Fest.

Aktuelle Termine finden Sie HIER.

Meine Kenntnisse und Erfahrungen aus der Indianischen Weisheit fließen ansonsten in meine gesamte Arbeit mit ein, und auch dafür werden keine gesonderten Preise erhoben, außer bei Vorträgen und Seminaren zum Thema (s. Termine).

Buchempfehlungen


Wilhelmine Keyserling – Mensch zwischen Himmel und Erde, Verlag der Palme, Wien 1985

Marielu Lörler – Die Jetzt-Übung – Wo Mensch und Schöpfung eins sind, Schirner Verlag Darmstadt, 2004, ISBN 3-89767-432-7

Marielu Lörler – Die Hüter des alten Wissens – Schamanisches Heilen im Medizinrad, Schönbergers Verlag 1986, ISBN 3-89114-011-8